Manfred Schell

Weselsky lebt nur sein Ego

Eine persönliche Betrachtung des ehemaligen GDL-Bundesvorsitzenden und Bundesehrenvorsitzenden Manfred Schell

Er lebt sein Ego, dies ist einer der markanten Wesenszüge des amtierenden GDL-Vorsitzenden Weselsky. Er gilt als dünnhäutig und empfindsam, er hält sich für „die GDL“ und genau deshalb scheint er für den ihm treu ergebenen GDL-Hauptvorstand unverzicht- wie unersetzbar. Keiner seiner satzungsgemäßen Auftraggeber, allem voran der GDL-Hauptvorstand scheint in der Lage, sich dank Gestus, Habitus und Sprache so in Szene zu setzten, zum Angriff zu blasen und elementare Themen zu setzen, nein, nicht einmal zu differenzierter Gegenmeinung auszuholen. Allein nicht zum Ja-Sager-Komitee zu gehören, hat für die Mitglieder des Hauptvorstandes persönliche und gewerkschaftliche Konsequenzen zur Folge. Deshalb gibt es innerhalb der GDL keine offene Kritik am Vorsitzenden. Kritik nach seiner Gesinnungslage nutzt nur dem Gegner, also dem „Klassenfeind“. Er strahlt eine eiserne Disziplin aus, als wäre er einer sozialistischen Kaderschmiede erwachsen. Er lebt nicht die GDL. Er bekundet öffentlich, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten. Er mag glauben, einer der ihrigen zu sein. Schlagworte wie „gerechtes Einkommen, Arbeitsplatzsicherheit, familiengerechte Arbeitszeit“ passen sicherlich in jedes gewerkschaftliche Vokabular, erweisen sich jedoch vielfach als Placebos gegenüber den eigentlichen Mitgliederinteressen.

Der politische Leitsatz „Politik ist die Umsetzung des Machbaren“ ist nicht zu bestreiten. Forderungen zu stellen ist die Seite des Wollens, die Realisierung jedoch die des Machbaren. Im konkreten Fall bedeutet das für die GDL: Wer abseits basisorientierter Versammlungsbeschlüsse eigenwillig Forderungen stellt, diese den Mitgliedern als erzielbar vermittelt jedoch den Erfolg abhängig von deren Arbeitskampfmoral macht, der täuscht nicht nur, der verführt!

Es muss mehr als bezweifelt werden, dass das klassische Mitgliederpotenzial der ältesten deutschen Gewerkschaft, die Lokomotivführer, aus gewerkschaftlich begründetem Konkurrenzdenken bereit sein wird, derzeit einen unbefristeten Arbeitskampf zu führen. Nein, die GDL-Mitglieder haben aus guten Gründen 2007/2008 einen 18monatigen Arbeitskampf geführt zur Erreichung eines eigenen Tarifvertrages, wobei nicht verschwiegen werden soll, dass auch seinerzeit die Forderung bestand, neben Lokführern den Zugbegleitdienst in die Tarifführerschaft der GDL zu vereinen. Dass dies letztendlich gescheitert ist, lag in der Tatsache des nicht Erzwingbaren begründet. Es blieb nur die Möglichkeit, für die bei der GDL organisierten 78% der Lokführer einen eigenen Tarifvertrag zu bekommen und damit die 31% in der GDL organisierten Zugbegleiter zu enttäuschen. Der Tarifvertragsabschluss 2008 fand in einer Urabstimmung der Mitglieder einen überwältigenden Zuspruch.

Der Unterschied zur heutigen Auseinandersetzung, welche, wenn sie denn wollte, die DB schnell beenden könnte, liegt in Folgendem: Die 5% Lohnplusforderung bedeutet seit jahrzehntelang gelebter Praxis einen Abschluss von ca. 3,5%. In der heutigen Zeit der wirtschaftlichen Lage der DB angemessen. Die Forderung nach 2 Stunden. Wochenarbeitszeitverkürzung entspricht einer finanziellen Forderung von ebenfalls 5%. Die geforderte Arbeitszeitabsenkung würde zur Folge haben, dass der beklagte Überstundenberg in den kommenden 5 Jahren ein weiteres überproportionales Ansteigen der Mehrarbeit bedeutet. Aus dieser Warte ist diese Forderung kontraproduktiv. Das nicht zu leugnende Problem des Personalmangels lässt sich nur durch eine verstärkte, intensive Nachwuchsgewinnung schrittweise beheben. Hierfür wären vertragliche Vereinbarungen zwischen GDL und DB zielführend, entsprechende Forderungen sind indes nicht erkennbar.

Es scheint nicht unrealistisch, dass hinsichtlich der rein materiellen GDL-Forderungen für die DB-Lokomotivführer ein Kompromiss erzielbar ist. Nur kann dieses nicht zu einem Ergebnis führen, so lange der amtierende GDL-Vorsitzende an seiner derzeit absolut unrealisierbaren Forderung festhält, auch einen Tarifvertrag für Berufsgruppen außerhalb der Lokführer, nämlich für Zugbegleiter, Bordgastronomie und weitere Berufssparten zu erlangen. Die mit der GDL konkurrierende EVG wird dies in inhaltlicher Übereinstimmung mit der Arbeitgeberseite nicht akzeptieren und sich dabei auf jene unwiderlegbaren Fakten berufen, welche der GDL nach dem Moderationsverfahren in 2008 die Zuständigkeit einzig für die Lokomotivführer im DB-Konzern attestierte. Den Organisationsgrad innerhalb der übrigen Berufsgruppen des DB-Fahrpersonals auf ein Niveau auszubauen, welches eine tarifliche Zuständigkeit der GDL unbestreitbar begründet hätte, ist unter der Regie ihres amtierenden Vorsitzenden Weselsky schlichtweg verpatzt worden.

Wie kann also der gordische Knoten durchschlagen werden? DB und EVG schauen jetzt hoffnungsvoll auf den Gesetzgeber. Dies in der Hoffnung, dass eine Regelung auf den Weg gebracht wird, welche die grundsätzlich garantierte Tarifautonomie und damit das Streikrecht zwar nicht beeinträchtigt, der Grundsatz „ein Betrieb – ein Tarifvertrag“ ungeachtet dessen aber gesetzlich normiert wird. Niemand leistet diesem für die GDL hochriskanten Vorhaben derzeit mehr Vorschub, als ihr amtierender Vorsitzender.

Der aktuelle Tarifkonflikt wird zur Folge haben, dass er nicht den Bedürfnissen der Lokomotivführer entspricht. Er soll vielmehr der große Wurf des GDL-Vorsitzenden nach dem egoistischen Motto werden: ich will – ich erreiche – ich setzte durch! Im Falle des Scheiterns wird es dann heißen: der Hauptvorstand hat beschlossen – die Mitglieder haben es so gewollt. Im Ergebnis jedoch wird es bedeuten, dass die GDL durch das gelebte Ego ihres amtierenden Vorsitzenden auf Dauer schwer geschädigt ist.

Mittlerweile agiert die Arbeitgeberseite in offensichtlicher Kenntnis der wahren Beweggründe des amtierenden GDL-Bundesvorsitzenden hinsichtlich dessen eigensinniger wie unprofessioneller Tarifpolitik in der Form, dass sie sich in einem Offenen Brief direkt an die Klientel der GDL wendet. Man muss kaum Gefahr laufen, als Denunziant der GDL eingestuft zu werden, wenn man dem achtseitigen Schreiben des AGV-MoVe-Geschäftsführers Bayreuther eine weitgehend realistische Einschätzung der Dinge attestiert. Das Schreiben enthält wesentliche Fakten, die kaum wegzudiskutieren sind und die tarifpolitische Inkompetenz der GDL-Führung geradezu offenlegen.

Offener Brief Agv MoVe an GDL zum Tarifkonflikt

Manfred Schell

Gründungsmitglied InDemoRe-GDL

13 Gedanken zu „Weselsky lebt nur sein Ego

  1. Auch ich möchte meine Meinung kund tun, selbst wenn ich kein Angestellter bei der DB bin und auch selten den Zug verwende. Mir geht es in erster Linie um die Personalie Claus Weselsky in Zusammenhang mit der GDL. Mitglieder der GDL sollte doch inzwischen klar sein, dass Herr Weselsky alles andere als eine geeignete Person ist. Mit seinen sehr forschen, asozialen und nicht zuletzt beleidigenden Aussagen gegenüber anderen Gewerkschaften, aber nicht zuletzt auch gegenüber körperlich beeinträchtigten Individien, legt er meiner Meinung nach nur geistige Inkompetenz und Suboptimierung da. Er ist weder in der Lage verbal vernünftig zu agumentieren und Fakten einzubeziehen, noch über sein Verhalten nachzudenken. Wenn ich GDL Mitglied wäre, würde ich mir sofort einen anderen an Stelle von Weselsky wünschen, der auch faktisch überzeugen kann und nicht durch Terror-Versuche seinen Dickschädel durchsetzen möchte. Beleidigungen, Drohungen und Wirtschaftliche Schaden sollten nicht Verhandlungsgrundgegenstand sein, sondern die Anliegen der einzelnen Mitglieder. Auf mich wirkt es so, dass es Weselsky nur um sein eigenes Konto geht, da er vermutlich bei einer Zweitwohnung, höheren Freizeitansprüchen im Urlaub und nicht zuletzt vielen Frauen der Geldhahn aus geht. Es kann nicht sein, dass die Gehälter erhöht werden sollen, weil er nicht genug kriegen kann und weil er von seiner Machtposition besessen ist. Ohne ihm zu nahe zu treten, eigentlich gesehen ist er ein Vollidiot mit nichts in der Birne, der eigentlich schon viel zu viel verdient und an einer viel zu wichtigen Stelle ist, verdient hat er es aber nicht. Wenn es nach ihm gehen würde, wäre er der wichtigste Mensch auf Erden und müsste 5 Mio im Monat verdienen. Ich denke egal welches Angebot die DB vorlegen wird, Weselsky wird immer ablehnen, weil er hofft, mehr raus zu holen. Verhandlungen zeigen aber, dass man immer wieder auf vorherige Verhandlungen aufbauen kann und entsprechend mit Vergleichen zu anderen Ländern auch hier Änderungen umsetzen kann. Fakt ist aber, dass alle GDL Mitglieder keine Einsteine sind und keinen Ingenieur-Titel haben. Wenn ein Student sich 6 Jahre länger durch Abi und Studium quälen muss, als Lockführer, sollte das auch sichtlich im Gehalt spürbar sein. Es gibt viele Branchen in Deutschland die weit aus unterbezahlter sind, als die bei der DB. Und 5% Erhöhung bei 2h kürzer Arbeitszeit halte ich für nicht machbar. 5% sind mehr als nur fair, vor allem wenn die DB aufrüsten will und dann Überstunden abgebaut werden kann. Weselsky hat wahrscheinlich nie richtig arbeiten müssen und weiß gar nicht, was arbeiten heißt. Den mal ganz ehrlich, einen sonderlich schweren Job kann man bei der GDL nicht haben und dann über 1400€ zu verdienen ist schon mehr als gut. Das steht dann in keinem Verhältnis mehr zu körperlich hart arbeitenden Personen wie es in der Metall-Industrie der Fall wäre (IGMetall)

  2. Was will die GDL? Kundenbetreuer vertreten – nach aussen ja, aber spricht man mit Lokführern wollen sie unter sich sein – sie heißen doch auch Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer. Wollen sie diesen Namen ändern? Niemals, aber damit würden sie ein Zeichen setzen. Der trend wird die Ausgliederung der Zugbegleiter sein in eine andere Gewerkschaft oder Verein, man hat doch nicht umsonst unter Herrschaft des Deutschen Beamtenbundes die Nahverkehrsgewerkschaft gegründet wo auch die GDL mit integriert ist. Arme Zugbegleiter wann wacht ihr auf, ihr seit nur schmückendes Beiwerk.

  3. Und beim User Werner Striepling halte ich dass hier für absolut zutreffend:

    Die hier in diesem Forum aufgetretenen Beiträgeschreiber scheinen größtenteils sehr vernunftgemäß zu denken und insofern möchte ich meine Sichtweise der Dinge aus Sicht eines “Streikopfers” dazu beitragen.
    Es ist auch für mich unbestritten, dass Lokomotivführer, die eine sehr große Verantwortung tragen, entsprechend entlohnt werden müssen und auch anderweitige Erleichterungen wie kürzere Schichtzeiten verdient haben. Insofern gehe ich mit der Forderung nach 5% mehr Gehalt völlig konform mit der GDL. Bei der Verkürzung der Arbeitszeit um 2 Stunden wird es schon schwieriger. Diese Forderung sieht auf den ersten Blick ja sehr schön aus, hilft aber wenig. Denn die zu leistende Dienstmasse der Lokführer bleibt ja die gleiche. Würde man die Arbeitszeit verkürzen, gelangte die Mehrleistung ins Überstundenkonto. Herr Weselsky beklagt jedoch immer wieder Urlaubsrückstände und die Unmöglichkeit des Überstundenabbaus. Hier helfen nur zusätzliche Lokführer, die die Bahn einstellen müsste.
    Nun zum letzten Angebot der DB: Soweit ich orientiert bin, bot die DB den Lokführern eine Gehaltserhöhung von 5% verteilt bis 2016 an sowie eine Einmalzahlung von 325 Euro und die zusätzliche Einstellung von 200 Lokführern. Diese 200 Lokführer mögen wahrscheinlich nicht ausreichen, aber es ist mindestens ein Angebot, das als Grundlage für weitere Verhandlungen gelten kann.
    Was aber macht Herr Weselsky: Überheblich und arrogant wischt er die Offerte als Scheinangebot vom Tisch und legt 50 Stunden lang den Bahnverkehr lahm, beschimpft aufs Übelste die DB, die einen halbwegs stabilen Notfahrplan aus dem Nichts heraus zaubert (übrigens an die Transportleitungen: Hut ab vor dieser Leistung!) und verhöhnt überdies noch die Reisenden, indem er rotzig von sich gibt: ‘Wenn Züge nicht fahren, ist es systemimmanent, dass die Reisenden behindert werden’. Frei nach dem Motto: Die Reisenden sind ja selbst schuld, was fahren sie mit der Bahn.
    Das Schlimmste allerdings, das Herr Weselsky erreicht hat, ist offene Feindschaft von Berufsgruppen des gleichen Unternehmens, die unterschiedlich organisiert sind. Es wird nicht mehr lange dauern, bis es zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen GDL- und EVG-Mitgliedern kommt. Und das wird den Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen einen irreparabelen Schaden zufügen!
    Fazit meines Kommentars: Die Interessen der Lokführer sind für Herrn Weselsky – wenn überhaupt – maximal zweitrangig, denn sonst hätte er das letzte Angebot der DB AG als Verhandlungsgrundlage akzeptiert.
    Es geht ihm nur um Machtausbau und darum, möglichst viele wehrlose Reisende durch seine Herrschaftsallüren zu terrorisieren. Manfred Schell verglich ihn mit Mao oder Assad; diese Vergleiche sind fast zu milde. Dieser Mann schädigt die Volkswirtschaft und muss umgehend aus dem Verkehr gezogen werden.</
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    Ich hoffe, dass es in der GDL Kräfte gibt, die das forcieren können!

    Auch Manfred Schell hat seinerzeit mit harten Bandagen für die Interessen der Lokführer gekämpft, dabei aber stets Augenmaß und Weitblick bewiesen. Sein größter Fehler allerdings war, Claus Weselsky zu seinem Nachfolger zu machen.
    Ihn dafür jetzt zu verurteilen, halte ich für nicht angemessen, denn er konnte damals nicht ahnen, wie sehr dieser ehemalige Reichsbahner seine Position missbrauchen würde.

    Ich wünsche den der “InDemoRe” nahestenden GDL-Mitgliedern guten Erfolg!!

    Diesen Punkten kann ich nur absolut zustimmen und daher hoffe und bete ich, dass diese neue Initiative innerhalb der GDL endlich zum Erfolg führt und Weselsky endlich abgesägt wird zum Schutze unseres Landes, unserer Wirtschaft, zum Schutze aller Bahnreisenden und zum Schutze aller Fußballfans und Fußballvereine (denn die sind durch drohende Geisterspiele ebenfalls betroffen).

    Darüber hinaus wünsche ich mir, dass Weselsky für diese Beleidigung aller Behinderten und deren Angehörigen in diesem Lande knallhart von unseren Richtern unserer Gerichte bestraft wird dafür. Sowas ist Verleumdung nach § 187 StGB und darauf stehen bis zu 5 Jahre Haft.

    Weselsky missbraucht hier das Streikrecht für einen Machtausbau, den niemand unterstützen kann, da diese beiden Forderungen nach

    a) Vertretung aller Berufsgruppen
    b) Vernichtung der Gewerkschaften EVG und Verdi strebt

    politische Forderungen sind und in unserem Streikrecht steht ganz klar drin, dass politische Streiks in unserem Lande verboten sind. Und damit hat Weselsky hier sogar gleich vierfach gegen das Streikrecht verstoßen. Warum?

    Weil er

    a) NICHT mit der Bahn verhandelt hat
    b) diese Streiks NICHT als letztes Mittel benutzt wurden
    c) er auf die Vernichtung seiner Gegner aus ist
    d) er die Schäden nicht begrenzt, sondern auf maximale Schäden für unser Land und für die Bürger dieses Landes aus ist.

    Deswegen:
    bitte ihr Lokführer, setzt diesen Weselsky endlich ab und setzt jemand vernünftiges auf diesen Posten, der diese illegalen Forderungen zurücknimmt und mit dem oder mit der (falls es eine Frau wird, was mal eine nette Abwechslung wäre) man vernünftig reden und verhandeln könnte.

    Danke Vorab für euer Verständnis.

    Von daher wünsche ich dieser Initiative hier noch viel Erfolg bei dem Versuch, Weselsky zu stürzen, was überfällig ist.

    Grüße aus Unterfranken
    Andrea

    1. In der DDR konnte ja nur leider nur diese Art von ich Menschen ans Ruder kommen , wir haben ja jetzt schon wieder genug von den Genossen überall sitzen, wo sie nicht hin gehören !

    2. Wenn Herrn Weselsky seine Mitmenschen und sein Staat noch etwas Wert sind sollte er so schnell wie möglich den Streik der GDL beenden und an den Verhandlungstisch zurückkehren um Möglichkeiten zu finden die für
      beide Partner einen Erfolg bringen!
      Was er tut hat mit Streikrecht nichts mehr zutun!

  4. Hallo zusammen,

    auch ich bin kein GDL-Mitglied, sondern auch nur eine Beobachterin von Außen. Aber ich kann mich hier vielen Kommentaren wie dem vom User Werner Striepling oder vom User Paul A. nur absolut anschließen.

    Ganz genauso ist es. Beim User Paul A. halte ich ganz besonders diese Abschnitte für zutreffend:

    Was dagegen nun passiert, entbehrt jeglicher Vernunft. Ich kann den Eindruck nur teilen, dass es hier lediglich um die Ziele der einen Person Weselsky geht. Interessanterweise möchte er für Angestellte der Deutschen Bahn verhandeln, ohne jemals überhaupt deren Meinung dazu eingeholt zu haben. Der gleiche Tenor zeigt sich bei den jüngst in der Presse aufgegriffenen “rechtlichen Unstimmigkeiten” bei der Urabstimmung, wo laut Herrn Weselsky 91% der GDL-Mitglieder für einen Ausstand gestimmt haben.

    Die Bahn hat völlig richtig reagiert und ein prima Angebot vorgelegt (5% mehr Lohn verteilt auf 3 Jahre, 335,- € Einmalzahlung und 200 neue Kollegen zur Schichtentlastung. Das erneute Abschmettern des Angebots als “Scheinangebot” offenbart deutlich das tatsächliche Motiv Herrn Weselskys, nämlich den Machtanspruch.

    Ich kann Sie nur ermutigen, geben Sie nicht auf und werben Sie um weitere Mitglieder. So ist es vielleicht möglich, diese Unvernunft noch zu untergraben – wobei sich Herr Weselsky vermutlich früher oder später auch selbst ins Aus manövrieren wird.

  5. Ich bin weder Mitglied der GDL noch ein Bediensteter der Deutschen Bahn AG; ich bin lediglich ein häufig zwischen Oldenburg und Berlin mit der Bahn pendelnder Reisender, der in der zurückliegenden Zeit sehr viele Unannehmlichkeiten und Planungsunsicherheiten ertragen musste, die durch die momentane GDL-Spitze
    initiiert wurden. Mein Ärger darüber ist unbändig, ich werde aber deswegen trotzdem nicht in diesen allgemeinen teilweise sehr emotionalen „Shitstorm“ einstimmen, sondern sachlich zu argumentieren versuchen.
    Die hier in diesem Forum aufgetretenen Beiträgeschreiber scheinen größtenteils sehr vernunftgemäß zu denken und insofern möchte ich meine Sichtweise der Dinge aus Sicht eines „Streikopfers“ dazu beitragen.
    Es ist auch für mich unbestritten, dass Lokomotivführer, die eine sehr große Verantwortung tragen, entsprechend entlohnt werden müssen und auch anderweitige Erleichterungen wie kürzere Schichtzeiten verdient haben. Insofern gehe ich mit der Forderung nach 5% mehr Gehalt völlig konform mit der GDL. Bei der Verkürzung der Arbeitszeit um 2 Stunden wird es schon schwieriger. Diese Forderung sieht auf den ersten Blick ja sehr schön aus, hilft aber wenig. Denn die zu leistende Dienstmasse der Lokführer bleibt ja die gleiche. Würde man die Arbeitszeit verkürzen, gelangte die Mehrleistung ins Überstundenkonto. Herr Weselsky beklagt jedoch immer wieder Urlaubsrückstände und die Unmöglichkeit des Überstundenabbaus. Hier helfen nur zusätzliche Lokführer, die die Bahn einstellen müsste.
    Nun zum letzten Angebot der DB: Soweit ich orientiert bin, bot die DB den Lokführern eine Gehaltserhöhung von 5% verteilt bis 2016 an sowie eine Einmalzahlung von 325 Euro und die zusätzliche Einstellung von 200 Lokführern. Diese 200 Lokführer mögen wahrscheinlich nicht ausreichen, aber es ist mindestens ein Angebot, das als Grundlage für weitere Verhandlungen gelten kann.
    Was aber macht Herr Weselsky: Überheblich und arrogant wischt er die Offerte als Scheinangebot vom Tisch und legt 50 Stunden lang den Bahnverkehr lahm, beschimpft aufs Übelste die DB, die einen halbwegs stabilen Notfahrplan aus dem Nichts heraus zaubert (übrigens an die Transportleitungen: Hut ab vor dieser Leistung!) und verhöhnt überdies noch die Reisenden, indem er rotzig von sich gibt: ‚Wenn Züge nicht fahren, ist es systemimmanent, dass die Reisenden behindert werden‘. Frei nach dem Motto: Die Reisenden sind ja selbst schuld, was fahren sie mit der Bahn.
    Das Schlimmste allerdings, das Herr Weselsky erreicht hat, ist offene Feindschaft von Berufsgruppen des gleichen Unternehmens, die unterschiedlich organisiert sind. Es wird nicht mehr lange dauern, bis es zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen GDL- und EVG-Mitgliedern kommt. Und das wird den Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen einen irreparabelen Schaden zufügen!
    Fazit meines Kommentars: Die Interessen der Lokführer sind für Herrn Weselsky – wenn überhaupt – maximal zweitrangig, denn sonst hätte er das letzte Angebot der DB AG als Verhandlungsgrundlage akzeptiert.
    Es geht ihm nur um Machtausbau und darum, möglichst viele wehrlose Reisende durch seine Herrschaftsallüren zu terrorisieren. Manfred Schell verglich ihn mit Mao oder Assad; diese Vergleiche sind fast zu milde. Dieser Mann schädigt die Volkswirtschaft und muss umgehend aus dem Verkehr gezogen werden.
    Ich hoffe, dass es in der GDL Kräfte gibt, die das forcieren können!

    Auch Manfred Schell hat seinerzeit mit harten Bandagen für die Interessen der Lokführer gekämpft, dabei aber stets Augenmaß und Weitblick bewiesen. Sein größter Fehler allerdings war, Claus Weselsky zu seinem Nachfolger zu machen.
    Ihn dafür jetzt zu verurteilen, halte ich für nicht angemessen, denn er konnte damals nicht ahnen, wie sehr dieser ehemalige Reichsbahner seine Position missbrauchen würde.

    Ich wünsche den der „InDemoRe“ nahestenden GDL-Mitgliedern guten Erfolg!!

    Freundliche Grüße
    Werner Striepling

  6. Hallo zusammen,

    ich bin kein Mitglied der GDL, sondern „nur“ ein Beobachter von außen (und Berufspendler), dennoch möchte ich als gebürtiger Aachener auch meinen Gedanken hier hinterlassen…ich finde es lobenswert, dass es Sie als Gegeninitiative gibt und kann nur hoffen, dass sich in naher Zukunft das ein oder andere bewegt. Ziel eines Arbeitskampfes kann, trotz des Namens, nie ein Zerwürfnis sein. Es geht am Ende immer um eine Einigung. Herr Schell war sicher selbst kein „Lämmchen“, aber er hatte immer den nötigen Sinn für Humor und Maß.

    Was dagegen nun passiert, entbehrt jeglicher Vernunft. Ich kann den Eindruck nur teilen, dass es hier lediglich um die Ziele der einen Person Weselsky geht. Interessanterweise möchte er für Angestellte der Deutschen Bahn verhandeln, ohne jemals überhaupt deren Meinung dazu eingeholt zu haben. Der gleiche Tenor zeigt sich bei den jüngst in der Presse aufgegriffenen „rechtlichen Unstimmigkeiten“ bei der Urabstimmung, wo laut Herrn Weselsky 91% der GDL-Mitglieder für einen Ausstand gestimmt haben.

    Die Bahn hat völlig richtig reagiert und ein prima Angebot vorgelegt (5% mehr Lohn verteilt auf 3 Jahre, 335,- € Einmalzahlung und 200 neue Kollegen zur Schichtentlastung. Das erneute Abschmettern des Angebots als „Scheinangebot“ offenbart deutlich das tatsächliche Motiv Herrn Weselskys, nämlich den Machtanspruch.

    Ich kann Sie nur ermutigen, geben Sie nicht auf und werben Sie um weitere Mitglieder. So ist es vielleicht möglich, diese Unvernunft noch zu untergraben – wobei sich Herr Weselsky vermutlich früher oder später auch selbst ins Aus manövrieren wird.

    Solidarische Grüße!

  7. Menschen machen Fehler, das ist auch nicht schlimm solange sie sich die Fähigkeit erhalten aus den gemachten Fehlern zu lernen.
    Doch das passiert eben nicht.
    In Zeiten wo die Zukunft der GDL vom Gesetzgeber akut bedroht ist, tut Weselsky nichts um den Riss im Inneren zu kitten, eher im Gegenteil.

    Das wäre aber eine seiner Aufgaben als Bundesvorsitzender…den Laden zusammenzuhalten.

    Wir sollten eigentlich geschlossen zueinanderstehen und uns nicht intern aufreiben.

    1. Und hier verstehe ich auch einen Manfred Schell nicht wie er mit solchen Äußerungen, Streit mit Weselsky hin oder her, allen Kollegen in den Rücken fällt.
      Da müssen doch wohl Grenzen gelten.

      Zumal sein Vorwurf nicht trifft immerhin war der Beschluss das ZUB zu organisieren in seiner Äera entstanden und musste nur wegen dem ungenügenden Organisationsgrad aufgegeben werden.

      Wenn ich Weselsky den Vorwurf gemacht habe den Riss nicht zu kitten, so muss ich Schell nun den Vorwurf machen den Riss aus ganz eigennützigen Beweggründen immer weiter aufzureißen und ab da spiele ich nicht mehr mit!

  8. Werte Kollegen der GDL,

    ich bin leider Krankheitsbedingt zu früh ausgeschieden, war lange Jahre Amtsinhaber und habe eigentlich bei Manfred Shell mir viel abgeguckt und
    mit Ihm viel zusammengearbeitet.

    Ich verfolge den ganzen Fall, was der jetzige GDL Bundesvorsitzender abzieht
    und wünschte mir, Manfred wäre noch an der Spitze, dann würde das sicher
    anders laufen !

    Ich glaube, der Bundesvorsitzender der Bundesvorsitzender sollte mal die
    DDR Diktatur vergessen, diese Zeiten sind vorbei, dass hier nur einer bestimmt !

    Ich appelliere an alle im Vorstand, stoppt diesen Mann und holt Manfred als Unterhändler, damit das machbare durchgesetzt wird und die Kunden nicht
    auf uns sauer werden, denn die Kunden bezahlen uns letztendlich !

    Heinzjosef Radermacher
    OG Aachen

  9. Selbst als Rentner habe ich Angst um unsere „GDL“.
    Wann wird diese derzeitige Gewerkschaftspöitik endlich wieder in die richtige Bahn gelenkt und der geschäftsführende Vorstand abgelöst?
    Was über Jahre von Manfred Schell und seinen Mitstreitern ( ausgenommen Fuhrmann ) aufgebaut wurde, wird nach und nach kaputt gemacht.
    Manfred Schell muss ich jedoch den Vorwurf machen, er hat seinen Ehrenvorsitz
    zu vorschnell abgegeben. Das ist eigentlich sonst nicht seine Art.
    Euch redakteuren wünsche ich weiterhin ein gutes Händchen bei der Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten in unserer „GDL“
    Euer Lothar May

  10. Ich habe drei Fragen an Euch, liebe Kollegen.
    Was könnt Ihr tun, wie könnt Ihr es tun und wo und mit welchen Mitteln könnt Ihr endlich diesen größenwahnsinnigen amtierenden Bundesvorsitzenden der GDL mit seinem EGO bremsen?
    Ihr schreibt zwar viel über diesen Kollegen der die durch die Mitglieder der GDL erkämpften Vorteile wieder verspielen tut, aber nicht wie man diesen Menschen bremsen tut.
    Mit kollegialen Grüßen
    Manfred Kinold
    OG Kornwestheim

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